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Das Latenzproblem des Cloud Gamings ist gelöst – jetzt muss die Branche das Geschäftsmodell entwickeln

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Das Latenzproblem des Cloud Gamings ist gelöst – jetzt muss die Branche das Geschäftsmodell entwickeln

Drei sich überschneidende Infrastrukturentwicklungen haben die technische Grundlage für Cloud-Gaming verändert: die Reifung von Edge-Computing-Netzwerken, Verbesserungen der Video-Codec-Effizienz und der Einsatz dedizierter GPU-Cluster speziell für Gaming-Workloads. Die Summe dieser Veränderungen besteht darin, dass Cloud-Gaming-Dienste heute routinemäßig eine Glas-zu-Glas-Latenz von unter 20 ms über Glasfaser- oder 5G-Verbindungen in großen Ballungsräumen liefern – eine Schwelle, die die meisten Spielgenres nicht von lokaler Hardware unterscheiden können. Die Frage ist, ob diese Schwelle ausreicht, welches Gebiet sie geografisch abdeckt und ob die Wirtschaftlichkeit für die Beteiligten Sinn ergibt.

Das Latenzproblem ist gelöst (für einige Spiele, an manchen Orten)

NVIDIA GeForce NOW Ultimate wirbt mit einer Latenz von unter 20 ms über geeignete Verbindungen und erreicht dies in der Praxis über Glasfaserverbindungen innerhalb von 50 km eines regionalen Edge-Knotens. Microsoft Xbox Cloud Gaming, das über die mehr als 60 globalen Azure-Regionen bereitgestellt wird, hat seine gemessene mittlere Latenz in getesteten Ballungsräumen ebenfalls auf 17–22 ms reduziert. Sony PlayStation Cloud (unter PS Plus Premium wiederbelebt aus PlayStation Now) berichtet in seiner technischen Dokumentation von 2025, dass es eine durchschnittliche Latenz von 19 ms für Nutzer mit Kabelverbindungen innerhalb der EU und großer US-Metropolen liefert.

Der wichtige Einschränkungsfaktor ist „für einige Spiele“. Rundenbasierte Strategiespiele, Rollenspiele, Gelegenheitsspiele und narrative Abenteuer sind bei diesen Latenzwerten praktisch nicht von lokalem Spielen zu unterscheiden. Wettkampforientierte Ego-Shooter, Kampfspiele und Rhythmusspiele – Genres, bei denen frame-genaue Eingaben zählen – bleiben dagegen wirklich beeinträchtigt. Die Latenzanforderung der Profi-Gaming-Community liegt eher bei 1–5 ms, und keine Cloud-Infrastruktur kann das über eine praktische Entfernung liefern. Cloud-Gaming wird die lokale Hardware für die 15 % der Spieler, die wettbewerbsorientiert in diesen Genres spielen, nicht ersetzen. Für die anderen 85 % ist die Argumentation im Wesentlichen gewonnen.

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