Blue Origins New-Glenn-Rakete bei Explosion auf dem Startpad in Cape Canaveral zerstört

Die New-Glenn-Rakete von Blue Origin existiert nicht mehr. Am Abend des 28. Mai 2026 wurde das 97 Meter hohe Fahrzeug auf dem Startpad LC-36A am Cape Canaveral Space Force Station in Florida durch eine katastrophale Explosion zerstört — während eines eigentlich routinemäßigen statischen Zündtests der sieben BE-4-Methantriebwerke. Der Feuerball war kilometerweit sichtbar, Trümmer regneten weiträumig herab. Niemand wurde verletzt.
Die Rakete war für ihren vierten Flug vorbereitet worden — eine Mission, bei der 48 Internetsatelliten des Amazon-Projekts Kuiper im Juni in die niedrige Erdumlaufbahn gebracht werden sollten. Die Satelliten befanden sich zum Zeitpunkt des Tests in einem nahegelegenen Integrationsgebäude und blieben unversehrt.
Was geschah
Beim Countdown kam es an der Basis der ersten Stufe zu einem Fehler. Ein Feuer breitete sich rasend schnell durch das Methan-Flüssigsauerstoff-Gemisch aus und löste eine vollständige Detonation aus. Der Transporter-Erector und mindestens einer der beiden Blitzableiter-Türme wurden zerstört oder schwer beschädigt.
Jeff Bezos bestätigte auf X, dass alle Mitarbeiter in Sicherheit seien: «Ein sehr harter Tag, aber wir werden alles wieder aufbauen, was nötig ist, und zurück ins Fliegen kommen.» Die NASA erklärte, sie werde die Auswirkungen auf ihre Mondprogramme bewerten.
Folgen für das NASA-Mondprogramm
Die Explosion kam für die NASA zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt. Drei kurzfristige Mondmissionen hingen von New Glenn ab: das Blue Moon Mark 1 Commercial Lander, geplant für Ende 2026; der VIPER-Rover für 2027; und zwei Mondfahrzeuge, die diese Woche erst ausgewählt worden waren. Mit New Glenn auf unbestimmte Zeit am Boden fehlt der NASA faktisch beide großen Mondstarter, da auch SpaceX Starship nach einem Booster-Versagen beim 12. Testflug am 22. Mai unter FAA-Untersuchung steht.
Wann fliegt New Glenn wieder?
Der Vergleich mit der Falcon-9-Explosion 2016 bei SpaceX ist ernüchternd: Das Fahrzeug war 3,5 Monate gegroundet, das Startpad über ein Jahr außer Betrieb. Industriekenner gehen davon aus, dass New Glenn 2026 nicht mehr fliegen wird. Ein zweites Startpad (LC-36B) befindet sich im Bau, und die Firma arbeitet an einer größeren Neun-Triebwerk-Variante. Laut Ars Technica ist dies die spektakulärste Raketenexplosion seit den N1-Fehlschlägen der Sowjetunion in den 1970er-Jahren.
Originally reported by Ars Technica. Read the original article for additional details.
View original source