Groq nimmt 650 Millionen Dollar auf: Neuanfang nach Verkauf der Kerntechnologie an Nvidia für 20 Milliarden Dollar

Innerhalb von sechs Monaten hat sich Groq von einem Chip-Disruptor zu einem Cloud-Aspiranten gewandelt. Das Unternehmen, das einen der schnellsten AI Inference Chips aller Zeiten baute — die Language Processing Unit (LPU) — verkaufte dieses Kronjuwel im Dezember für 20 Milliarden Dollar an Nvidia. Nun sammelt es 650 Millionen Dollar ein, um sich als Inference Neocloud neu zu erfinden.
Der Nvidia-Deal erklärt
Der Dezember-Deal 2025 war als nicht-exklusive Technologielizenz kombiniert mit einem Asset-Verkauf von Groqs LPU-Intellectual-Property strukturiert. Nvidia kaufte nicht Groq als Unternehmen, sondern erwarb die Technologie und die Menschen, die sie entwickelt hatten. Schlüssel-Ingenieure wechselten zu Nvidia. Der Preis von 20 Milliarden Dollar entsprach etwa dem Dreifachen von Groqs Bewertung von 6,9 Milliarden Dollar im September 2025, gezahlt in Raten: 85% sofort, 10% Mitte 2026, der Rest bis Ende 2026. Auf der GTC 2026 stellte Nvidia die Groq 3 LPU vor.
Was Groq behielt
Groq behielt seine unternehmerische Unabhängigkeit, die GroqCloud-Inference-API-Plattform und seinen Markenwert. Adam Winter übernahm als Interim-CEO, Matt Eng als Interim-CFO, nachdem Schlüsselmitarbeiter zu Nvidia gewechselt waren.
Der 650-Millionen-Dollar-Pivot
Die neue Finanzierungsrunde beläuft sich auf 650 Millionen Dollar, vollständig gestützt von den Bestandsinvestoren Disruptive und Infinitium. Die neue Bewertung: rund 6 Milliarden Dollar. Das Modell: eine Neocloud wie CoreWeave oder Lambda Labs, die verwaltete Inference-Rechenleistung verkauft.
Der Inference-Markt, auf den Groq setzt
Die Nachfrage nach AI Inference wächst schneller als die nach Training. Together AI, Fireworks AI und Anyscale konkurrieren hier. Branchenanalysten prognostizieren, dass die Ausgaben für AI Inference bis 2027 die für Training übersteigen werden. Ohne seinen LPU-Vorteil muss Groq auf Preis, Zuverlässigkeit und Entwicklererfahrung konkurrieren.
Was es bedeutet
Groq verkaufte das geistige Eigentum, das es definierte, an die mächtigste Chip-Firma der Welt — und versucht nun ohne diesen Hardware-Graben im Cloud-Markt zu konkurrieren. Die 650-Millionen-Dollar-Kapitalerhöhung ist eine Wette darauf, dass Marke, Kundenbeziehungen und Infrastruktur-Expertise mehr wert sind als die verbleibende Hardware-Position. Eine ungewöhnliche These in einer Branche, in der der Chip historisch der Graben war. Disruptive und Infinitium wetten darauf, dass sie Bestand hat.
Originally reported by The Next Web. Read the original article for additional details.
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