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Britische Wettbewerbsbehörde zwingt Google zu Opt-out für KI-Suche

UK Competition and Markets Authority
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Britische Wettbewerbsbehörde zwingt Google zu Opt-out für KI-Suche

Die britische Competition and Markets Authority (CMA) hat am Mittwoch ihre ersten verbindlichen Verhaltensauflagen für Googles KI-Suchprodukte erlassen. Der Konzern wird verpflichtet, Verlagen die direkte Kontrolle darüber zu geben, ob ihre Inhalte für KI-Übersichten (AI Overviews) genutzt oder für das Training von Googles KI-Modellen verwendet werden dürfen. Die Ankündigung vom 3. Juni 2026 markiert das erste Mal, dass eine große Regulierungsbehörde solche verbindlichen Auflagen für eine KI-Suchplattform verhängt.

Die CMA kann hier tätig werden, weil sie Google im Oktober 2025 den Status strategische Marktstellung im britischen Suchmarkt zuerkannt hat. Diese Einstufung erlaubt es der Behörde, gezielte Verhaltensauflagen zu erlassen, ohne ein vollständiges Wettbewerbsverfahren eröffnen zu müssen – ein Ansatz, der schneller sein soll als herkömmliche Kartellverfahren, die oft Jahre dauern.

Was Verlage jetzt verlangen können

Die Auflagen räumen Verlagen drei getrennte Rechte ein:

  • Opt-out von KI-Suchfunktionen: Verlage können Google anweisen, ihre Inhalte nicht für AI Overviews, den KI-Modus und andere generative KI-Dienste in der Google-Suche zu verwenden.
  • Opt-out vom Fine-tuning der Modelle: Unabhängig von den Crawling-Berechtigungen können Verlage verhindern, dass ihre Inhalte für das Fine-tuning von Googles KI-Modellen – einschließlich Gemini und Vertex AI – genutzt werden. Dies geht weit über das hinaus, was robots.txt derzeit bietet, das nur steuert, ob Google eine Seite überhaupt crawlt.
  • Klare Quellenangabe: Wenn Google Verlaginhalte in KI-generierten Ergebnissen verwendet, muss es die Quelle mit einem sichtbaren Link nennen.

Google hat neun Monate Zeit, um die vollständigen Kontrollen zu implementieren, auch wenn die CMA erwartet, dass wichtige Optionen den Verlagen schon weit vor dieser Frist zur Verfügung stehen. Google bestätigte, dass es mit einer Gruppe britischer Medienseiten Tests neuer Verlagskontrollen beginnen wird.

Das Verkehrsproblem hinter der Entscheidung

Die CMA begründete ihren Schritt explizit mit den wirtschaftlichen Schäden, die AI Overviews bei Verlagen verursacht haben. Wenn Googles KI die Suchergebnisse direkt auf der Ergebnisseite zusammenfasst, bekommen Nutzer oft die Antwort, ohne auf die Quelle klicken zu müssen. Der Referral-Traffic von Google zu Nachrichtenverlagen ist seit zwei Jahren rückläufig; AI Overviews haben diesen Trend noch beschleunigt, indem sie vollständige Antworten liefern, ohne einen Besuch der verlinkten Seite erforderlich zu machen.

Der grundlegende Konflikt: Die Inhalte der Verlage machen diese KI-Zusammenfassungen überhaupt erst möglich, doch die Verlage erhalten nichts – keine Bezahlung, keinen Traffic, nicht einmal eine sinnvolle Opt-out-Möglichkeit. Die CMA zwingt Google nun, diese Opt-out-Option anzubieten.

Warum die Trainingsregelung wichtiger ist

Das Opt-out vom Fine-tuning der Modelle ist wohl die folgenreichere Bestimmung. Die rechtliche Frage, ob KI-Unternehmen eine ausdrückliche Erlaubnis benötigen, um auf öffentlich zugängliche Inhalte zuzugreifen und diese zu trainieren, wird in mehreren Jurisdiktionen vor Gericht verhandelt, ohne abschließende Klärung. Die CMA umgeht diese Frage: Statt zu entscheiden, ob das Training zulässig ist, schreibt sie vor, dass Verlage die Möglichkeit erhalten müssen, es zu untersagen.

Diese Trennung – Kontrolle darüber, wie Inhalte in Suchergebnissen erscheinen, versus Kontrolle darüber, ob Inhalte zum Training der die Ergebnisse generierenden Modelle verwendet werden – haben andere Regulierungsbehörden bisher nicht klar gezogen. Sollte Google diese Unterscheidung in seinen britischen Tools umsetzen, entsteht eine Vorlage, die Verlage in anderen Ländern mit Sicherheit auch von anderen KI-Unternehmen verlangen werden.

Googles Reaktion und die nächsten Schritte

Google nahm die Auflagen zur Kenntnis und erklärte, es werde sie einhalten – eine bemerkenswert zurückhaltende Reaktion im Vergleich zu seiner historischen Haltung in Kartellverfahren. Das Unternehmen hat neun Monate Zeit, bis die vollständige Compliance erforderlich ist. Die CMA hat jedoch klargestellt, dass sie die KI-Entwicklungen in der Google-Suche überwachen und bei Bedarf weitere Maßnahmen ergreifen wird – ein Hinweis darauf, dass dies der Beginn einer dauerhaften Aufsichtsbeziehung ist, nicht eine einmalige Entscheidung.

Für Nachrichtenverlage, deren Referral-Traffic von Google stetig zurückgeht, ist das Urteil ein bedeutender regulatorischer Erfolg. Der Guardian bezeichnete die CMA-Auflagen als Grundlage, die Verlage in eine „stärkere Position bei Verhandlungen über Inhalte-Deals mit Google“ bringe. Die CMA selbst erklärte, die Regeln würden „ein faireres Geschäft für Verlage sichern und die Google-Suchdienste im Vereinigten Königreich verbessern“.

Quellen: UK Competition and Markets Authority; The Guardian

Originally reported by UK Competition and Markets Authority. Read the original article for additional details.

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